26.03.2020 07:21

Deutsch-Israelische Projektkooperation

Wie Mikroorganismen lernten, Pflanzenfasern abzubauen

Von: Redaktion

Die Nahrungskette auf dem Land basiert wesentlich auf dem Abbau und der Verwertung von pflanzlichen Fasern auf Zellulosebasis. Eine Forschungsgruppe von der israelischen Ben-Gurion-University und der Heinrich-Heine-Universit?t Düsseldorf will die evolution?ren Ursprünge und die Entwicklung dieser für die Nahrungskette an Land essentieller Prozesse nachzeichnen. Gef?rdert wird das gemeinsame Projekt seit Dezember 2019 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der ?Deutsch-Israelischen Projektkooperation‘ (DIP). Das Vertragswerk zum Kooperationsprojekt wird trotz der derzeitigen Corona Problematik von den Zust?ndigen in den Dezernaten für Finanzen und für Forschung und Transfer vorangetrieben, so dass die Forschungsarbeiten im Labor planm??ig am 01.07.20 starten k?nnen.

Sie erforschen, wie Mikroorganismen lernten, Pflanzenfasern abzubauen Prof. Dr. Bill Martin (Heinrich-Heine-Unievrsit?t, Prof. Itzhak Mizrahi (Ben Gurion University of the Negev), Prof. Dr. D?rte Becher (Greifswald), Prof. Ohad Medalia (Ben Gurion University of the Negev), alle Bilder privat

Als die Pflanzen das Meer verlie?en, entwickelten sie Fasern auf Lignozellulosebasis. Erst sie erm?glichten überhaupt einen aufrechten Wuchs; im Ozean dagegen brauchen Pflanzen solche Fasern nicht, da das Wasser sie tr?gt. Die Zellulosefasern waren also eine der entscheidenden evolution?ren Innovationen bei der Eroberung des Landes.

Ein gro?er Teil des Landpflanzenmaterials – Zellwand, die extrazellul?re Matrix, sowie die holzige Biomasse – bestehen aus solchen Fasern. Wie Pflanzen nach ihrem Absterben wieder abgebaut und auch von Tieren als Nahrungsquelle genutzt werden k?nnen, mussten die für die Zersetzung letztlich verantwortlichen Mikroorganismen erst lernen. Ohne diese F?higkeit stünde nur ein kleiner Anteil des Pflanzenmaterials – vor allem die Früchte – für die Nahrungskette auf dem Land zur Verfügung und ein Gro?teil des pflanzlichen Kohlenstoffs w?re für den Kohlenstoffkreislauf verloren.

Trotz der immensen Bedeutung des Faserabbaus für den Kohlenstoffkreislauf und die N?hrstoffversorgung an Land, sind deren evolution?re Entwicklungsschritte unklar. Im gemeinsamen Forschungsprojekt ?Unraveling the evolutionary, ecological and structural basis of microbial fiber degradation in nature“ werden verschiedene Expertisen zusammengeführt, um Licht in diese Geheimnisse zu bringen. Das israelische Team um Projektleiter Prof. Dr. Itzhak Mizrahi von der Ben-Gurion University of the Negev in Beer Sheva ist spezialisiert auf Umwelt- und Mikroben?kologie von faserabbauenden Systemen und Enzymen. Das HHU-Team um Prof. Dr. William Martin konzentriert sich auf die mikrobielle Evolution. Erg?nzt werden sie durch israelische Strukturbiologen und Proteomikexperten von der Universit?t Greifswald.

Gemeinsam werden sie die evolution?ren Ursprünge des pflanzlichen Faserabbauprozesses und seine einheitlichen Prinzipien unter ?kologischen, biochemischen und strukturellen Gesichtspunkten untersuchen und aufdecken. Im Fokus stehen mikrobielle Faserabbauer, die im menschlichen Darm, im Kuhpansen, im Boden und in Abfallverwertungsanlagen vorkommen. Sie sind beispielhaft für die von ihnen bewohnten ?kosysteme und bilden quasi das Fundament der Nahrungskette für das gesamte ?kosystem. Die Ergebnisse k?nnen zum Beispiel auf die Landwirtschaft und die Medizin – vor allem im Hinblick auf die mikrobielle Lebensgemeinschaft im Darm, das Mikrobiom – gro?en Einfluss haben.

Das Projekt ist auf eine Gesamtlaufzeit von fünf Jahren angelegt (2020 bis 2024). Das beantragte F?rdervolumen, das sich auf die Projektpartner in Israel und Deutschland verteilt, betr?gt über 1,6 Millionen Euro.

Deutsch-Israelische Projektkooperation (DIP)

Dieses Exzellenzprogramm wurde 1997 vom Bundesforschungsministerium (BMBF) eingerichtet, um innovative deutsch-israelische Forschungsprojekte in allen Wissenschaftsbereichen zu f?rdern. Die Initiative für neue Projekte geht von israelischer Seite aus: Jedes Jahr k?nnen die sechs israelischen Universit?ten und das Weizmann Institut je zwei Projektvorschl?ge bei der DFG einreichen. Die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind als Kooperationspartner über den israelischen Projektantrag mit eingebunden. Ein Unterausschuss des Hauptausschusses der DFG w?hlt aus allen Vorschl?gen jeweils drei bis vier Projekte zur F?rderung aus, über die dann im Hauptausschuss endgültig entschieden wird. Ein DIP-Projekt hat in der Regel eine Laufzeit von fünf Jahren und kann mit bis zu 1,655 Millionen Euro gef?rdert werden. Aus den Mitteln k?nnen Personal- und Reisemittel sowie wissenschaftliche Ger?te und Verbrauchsmaterialien bei den deutschen und den israelischen Projektpartnern finanziert werden.

Weitere Informationen:

www.dfg.de/foerderung/programme/inter_foerdermassnahmen/deutsch_israelische_projektkooperation/index.html

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenStabsstelle Presse und Kommunikation
男女做爰高清免费视频